Rüsselkäfer
( Curcullionidae ) gemeinhin als Dickmaulrüssler ( Otiohynchus ) bekannt
Beschreibung
Dieser Pflanzenschädling wird zwischen 3 und 14 mm groß und unterteilt sich etwa 1000 Arten und Unterarten.
Je nach Art ist er hell bis dunkelbraun gefärbt und kann zusätzlich noch eine gekörnte oder gerunzelte
Oberfläche besitzen. Die Larven sind weißlich mit braunem Kopf und beinlos.
Biologie
Bei der Eiablage legt jedes Weibchen mehrere Hundert bis zu 1000, zuerst weiße später bräunliche
ca. 0,7 mm große Eier am Wurzelstock der Wirtspflanze ab. Nach ungefähr 2 Wochen schlüpfen die
Larven und beginnen am Wurzelwerk zu fressen. Die erwachsenen Tiere stehen mit 3 Beinen auf der
Blattoberseite und 3 auf der Blattunterseite und fressen so halbkreiförmige Bereiche in den
Blattrand, der sogenannte Buchtenfrass. Sie sind Dämmerungs- bzw. Nachtaktiv.
Bevorzugte Pflanzen
Diese Käfer sind polyphag, das heisst sie schädigen viele verschiedene krautige und buschige Pflanzenarten.
Eingeschleppt wird der Schädling über Substrate oder getopfte Pfanzen. In unseren Gärten befällt er meistens
Rhododendren, Azaleen, Kornelikirschen, Efeu, Knollenbegonien, Kirschlorbeer, Rosen, Engelstrompeten,
Clematis und vermehrt auch Fuchsien.
Schadensbild
Durch das Abfressen der Pflanzenwurzel kommt es zu Unterversorgung der Pflanze mit Nährstoffen und
somit zur Verkümmerung des Pflanzenwachstums. Die Schädigung durch den Buchtenfrass der erwachsenen
Tiere ist eher eine optische Beeinträchtigung bzw. es kann zur Übertragung von Virenkrankheiten kommen.
Vorbeugende Bekämpfung
Einarbeiten von Neempresskuchen um die gefährdeten Pflanzen. Nicht wenn die Verwendung von Nemathoden
vorgesehen ist. !!!
Regelmässiges Behandeln von hartblättrigen Pflanzen mit Neenöl-Emulgat 0,25 %ig beginnend Ende April bis
Ende August.
Bekämpfung
Nach dem Verbot von E 605 gibt es kein geeignetes chemisches Bekämpfungsmittel der Larven mehr.
Ab einer Bodentemperatur von mindestens 12° C, besser 15° C, kann eine rein biologische Bekämpfung
mit den sogenannten HM-Nemathoden (Heterorhabditis mequidis) erfolgen. Sie parasitieren die Larven
und dabei entwickeln sich pro Larven weitere 300.000 Nemathoden.
Präparate mit dem Pilz Metarhizium anisopliae derzeit in Deutschland nicht zugelassen.
Michael Bantner
|